Das 11th Blues Festival Basel 2010 ist Geschichte. Und was für eine! Vom Dienstag 23. bis Sonntag 28. März war im Volkshaus wieder Musik von ganz grosser Qualität zu hören und das in einer Vielfalt, welche die kühnsten Erwartungen übertroffen hatte.
Von traditionellem bis rockigem Blues präsentiert von gestandenen Musikern bis zu Neuentdeckungen war so ziemlich alles dabei, was das Bluesherz begehrt. Und das wie immer in einer gemütlichen, freundlichen Atmosphäre. Das besondere am Blues Festival Basel war auch diesmal, dass die auftretenden Musiker sich immer wieder unters Volk mischten und sich nicht durch Security-Leute abschirmen liessen. So ensteht eben das Gefühl, alle gehören irgendwie zusammen.
Angefangen hatte es schon am ersten Abend – zum ersten Mal in der Galery Music Bar in Pratteln – mit der Basler Formation Little Chevy & The Mojo Swamp und Walt's Blues Box . Die kraftvolle Stimme von Evy Péquignot und die variantenreiche Begleitung nistete sich fast vom ersten Ton in den Herzen der Bluesfreunde ein. Auch der für den Swiss Blues Award nominierte Winterthurer Walter Baumgartner überzeugte mit seiner Band Walt's Blues Box.
Der Mittwochabend brachte bereits einen der Festival-Höhepunkte auf die Bühne des Basler Volkshauses: Magic Slim & The Teardrops . Die Art, wie Morris Holt seine Songs rüberbrachte, zeigte, dass er zu Recht „Magic“ Slim heisst: Das Publikum war bezaubert! Das ganze Konzert wurde von Telebasel gefilmt und bereits ausgestrahlt. Es war das erste Mal, dass das Basler Regionalfernsehen ein Blueskonzert in voller Länge ausstrahlte, sozusagen vom Mississippi den Rhein herauf kommend.
Der Donnerstag gehörte zwei in der Schweiz noch eher wenig bekannten Künstlern: Die kanadische "Göttin des kanadischen Blues" Rita Chiarelli überzeugte nicht nur mit ihrer kraftvollen, rauchigen Stimme, sondern bestach mit ihren beiden Begleitmusikern durch eine feinfühlkuge Dynamik, die von rockigem bis filgranem Slowblues alles im Register hatte. Und der Amerikaner R.J. Mischo räumte bereits bei seinem allerersten Basler Auftritt mit seiner Bluesharp tüchtig ab.
Keine Wünsche offen liessen am nächsten Abend die beiden Schweizer Sam Burckhardt und Chris Harper , die beide seit längerer Zeit in Chicago wohnen. Sam Burckhardt brachte wieder wie letztes Jahr den fast schon legendären Bob Stroger am Bass und den jungen Top-Schlagzeuger Kenny Smith als solide Rhythmusgruppe mit, angetrieben vom Pianisten Barrelhouse Chuck , der auch schon letztes Jahr die Leute mit seinem rollenden Pianospiel anheizte. Und das Tüpfchen auf dem „i“ war die schwarze Bluessängerin Zora Young mit ihrer kraftvollen Stimme. Sie war eine der Entdeckungen am Blues Festival Basel.
Am Samstagabend ging es zuerst einmal offiziell zu und her: der baselbieter Regierungsratspräsident Urs Wüthrich-Pelloli übergab den Swiss Blues Award , der von Baumann & Cie. Banquiers gestiftet wurde. Und der glückliche Preisträger strahlte sogar noch am nächsten Morgen beim Bluesbrunch in der Brasserie im Volkshaus, als er vor begeistertem Publikum auf den Tischen spielte: das sympathische Urgestein der Schweizer Bluesszene Andy Egert war der verdiente Gewinner. Und er zeigte am Samstagabend, was er und seine beiden Begleiter drauf haben. Seine virtuose Bluesharp war zudem noch die gelungene Einstimmung auf den folgenden Altstar Charlie Musselwhite . Dieser holte mit seinem stupenden Harmonikaspiel auch noch die letzten Zögerer aus ihren Sesseln.
Alles in allem also ein variantenreiches Festival, das noch vielen in bester Erinnerung bleiben wird. Das nächste Bluesfestival ist bereits terminiert. Das OK befasst sich bereits mit den Programmvorbereitungen. Für Ihre Agenda: vom 12. bis 17. April 2011.
Caesar Perrig
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